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Managergehälter: Keine Transparenz bei öffentlichen Institutionen

Was für die Wirtschaft schon lange gilt, muss für Politik und öffentliche Institutionen noch lange nicht gelten. Von diesem Grundsatz ist auch die Offenlegung der Bezüge des Top-Managements nicht ausgeschlossen.

Öffentlich-rechtliche Sender, Non Profit Organisationen wie Gewerkschaften, Handelskammern und Lottogesellschaften sowie Politiker halten die Einkommen, Nebenbezüge und variablen Vergütungsteile weiterhin geheim.

Still und heimlich gut verdienen

Aktuell versucht sich das Magazin Wirtschaftwoche diesem Thema anzunähern. Doch die Düsseldorfer Journalisten beißen auf Granit: „Wir sind hierzu nicht verpflichtet“ lassen gut zwei Drittel der befragten Institutionen verlauten. Eine Vorschrift, die mit den für die private Wirtschaft geltende Gesetzen zur Transparenz der Vorstandsvergütung vergleichbar wäre, gibt es nicht. Auch keine „Public Sector Governance“ Regelung.

Die Empörung der Öffentlichkeit wurde ja auch eher auf die DAX-Vorstände gerichtet und auf Top-Manager großer Unternehmen. Sie verdienen ohnehin zuviel, vernichten Arbeitsplätze und sind auch noch für die Wirtschafts- und Finanzkrise verantwortlich? Na dann, hau druff! Weltweit wiesen alle um Stimmen der linken Mitte kämpfenden Regierungsparteien geschickt den Top-Managern die Rolle des Sündenbocks zu.

Wenig Transparenz im Public Sector

Medienberichte über die Gehälter der Spitzenverdiener in gebühren-, beitrags- und steuerfinanzierten Organisationen waren und sind hingegen selten. Das wird auch so bleiben, denn wer erwartet allen Ernstes, dass der öffentliche und daher selbstverständlich unabhängige WDR in einer Sondersendung über die 2,14 Millionen Euro Pensionsansprüche berichtet, die sich seine Intendantin Monika Piel gesichert hat. Neben dem Jahresgehalt, natürlich.

Das würde der GEZ sicher gar nicht gefallen. Die hat es schon schwer genug, von den Bürgern die Gebühren einzutreiben. Bei aller Kritik über gebührenfinanzierte Spitzeneinkommen: Der Westdeutsche Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg sind die einzigen öffentlichen Sender, die die Bezüge der Top-Manager einzeln ausweisen. Welche zu erreichenden Ziele sich mit dem Gehalt verbinden, bleibt jedoch im Dunkeln.

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